Geschichte




( 1850 - 1925 )
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In Mülheim wurde der Ton in runden Schächten gewonnen, die im Ton zu einer Glocke erweitert wurden. Der Ein- und Ausstieg erfolgte mittels einer Leiter. Allmählich ging man zum heute noch üblichen Reifenschacht über.


"Tonabbau unter Tage Rübenach"

In den 80 er Jahren steigerte sich der Tonbedarf so, dass unser Großvater im Herbst 1890 an
die Anlegung eines Tagebaues heranging, angeregt durch den ersten Tagebau, den die Firma Vygen 1884 auf dem Erlenhof bei Ransbach angelegt hatte. Für die damalige Zeit war es ein kühnes Unternehmen ohne technische Hilfsmittel, nur auf Menschenkraft angewiesen
20 - 30 m Abraum bewältigen zu müssen, bei einem Abbauwürdigen Lager von kaum mehr
als durchschnittlich 3 m. Die gewaltigen Abraummassen einerseits und der Mangel an
geeignetem Haldengelände andererseits, sollten Peter Ludwig II noch schwere Sorgen
bereiten. In den letzten Februartagen des Jahres 1897 erlebte er den ersten Bergrutsch,
1902 rutschte es ein zweites Mal auf der Ludwigshöhe.
Handelte es sich bisher um die üblichen Rutschungen, von denen kaum ein Tagebau verschont blieb, so nahm der Bergrutsch, der am 25.März 1906 begann und mehrere Tage anhielt,
Existenzbedrohende Formen an. Die Beseitigung der Bergschäden, es waren 25 Häuser eingestürzt und 101 Häuser beschädigt, und die Sicherung des Geländes erforderten mehr
als eine viertel Million.
Zu den angedeuteten rein bergbaulichen Schwierigkeiten gesellten sich selbstverständlich frühzeitig solche, rein kaufmännischer Natur. Unsere beiden Ahnherren Peter Ludwig I
und Peter Ludwig II blieben naturgemäß nicht konkurrenzlos. Ein wahres Tonfieber hatte die Gegend erfasst. In wenigen Jahren waren in Mülheim - Rübenacher Höhe - 27 Konkurrenz-Unternehmen entstanden, die mit ausgesuchtem Geschick die Preise nach unten orientierten.
Mit viel Ausdauer und Zähigkeit gelang es allmählich den potenteren Firmen Krupp, Ludwig, Mannheim, Flöck Müller usw. die kleineren zur Aufgabe ihrer bescheidenen Förderung zu zwingen.
Ein ähnlich buntes Treiben und Leben spielte sich zur gleichen Zeit auf dem gegenüberliegenden Kärlicher Berg ab. Hier waren es 19 Kleinstbetriebe, die sich gegenseitig das Leben sauer machten. In den Jahren 1890 - 1893 schlossen sich die größeren Firmen Hünermann, Mannheim, Ludwig und Capitain zu den Kärlicher Thonwerken GmbH zusammen. Angeregt durch den Mülheimer Tagebau, eröffneten die Kärlicher Tonwerke 1898 den heute noch in Betrieb befindlichen Tagebau.


Peter Ludwig II mit seiner Ehefrau
Maria Müller aus Mülheim
Mit einem erheblichen Geldgewinn trat unser Großvater nach einigen Jahren aus der Gesellschaft aus, um das gewonnene Geld sofort wieder in Felder auf dem Kärlicher Berg anzulegen.
Ein Schachzug, der ihm nicht zum Segen gereichte, denn die Felder die er kaufte,
lagen weit zerstreut auseinander und waren zur Anlage eines Tagebaues denkbar ungeeignet. Der Konkurrenzkampf der beiden Hauptexponenten Ludwig auf der Mülheimer Seite - Mannheim auf der Kärlicher, wurde mit außergewöhnlicher Schärfe durchgefochten. Schicksalsschläge auf beiden Seiten brachten allmählich beide Gegner zur Einsicht, die Vernunft siegte und man gründete 1908 ein Syndikat in Form der Verkaufsstelle der Kärlicher - Mülheimer Tonwerke. Es erfolgte ein durchgreifender Austausch des gegenseitigen Landbesitzes.
Klare Verhältnisse wurden geschaffen, eine säuberliche Trennung Ludwig auf der Mülheimer Seite, die Kärlicher Tonwerke Mannheim auf dem Kärlicher Berg waren der Erfolg. Ende des Syndikats 1923.



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